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Konzept

kunstwerkStadt lädt künstlerische und kulturvermittelnde Projekte ein, ihre Arbeit vorzustellen, Workshops und Aktionen zu realisieren. Ziel ist es, den öffentlichen Stadtraum unter den Aspekten der Bildung, des Lernens und der Teilhabe zu diskutieren.

Das Ausstellungsprojekt

Der urbane Raum ist Anlass und thematisches Zentrum dieses kooperativen Aktions- und Ausstellungsprojektes. Das Interesse gilt aktueller Praxis und Diskursen der Kunst, Kunstvermittlung und kulturellen Bildung, die sich in die performative Verhandlung des öffentlichen Raumes einmischen, ihn kritisch hinterfragen und mitgestalten. Ein historisches Schlaglicht fällt dabei auf ein Kapitel Münchner Geschichte vor kunstpädagogischem Hintergrund: Die Gruppe KEKS, die Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre die Lebenswelt – und damit die Stadt – als „Lernraum“ thematisierte.Von hier aus entwickelte sich eine reiche Landschaft urbanen Lernens mit Kunst, Kultur und Spiel: Die breit aufgestellte Münchner Kinderkulturszene: historisch entwickelt von KEKS (Kunst, Erziehung, Kybernetik, Spiel, Soziologie) bis KiKS (Kinderkultursommer), von Modellen und Pilotprojekten hin zu nachhaltigen Netzwerken und Strukturen.

Die Rathausgalerie ist Präsentationsort und Kommunikationsplattform. Sie ist „Basisstation“ für Workshops im Stadtraum, sowie Informationsknotenpunkt für Aktivitäten an weiteren Satellitenorten und für das Veranstaltungsprogramm. Auf dem Marienhof lädt der mobile „IZ ART“-Container zum Mitmachen ein. Eine Netzpräsenz – als „virtueller öffentlicher Raum“ – erweitert begleitend und dokumentierend die Ausstellung. Bereits im Vorlauf finden Projekte dezentral an unterschiedlichen Orten der Stadt statt.

Bezüge zur Kunstentwicklung – eine Münchner (Vor-)Geschichte

Mit dem gesellschaftlichen Umbruch Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre wurde die Stadt Thema auch der Kunst: Grenzüberschreitungen fanden nicht nur innerhalb der Künste statt. Gesucht und gefordert wurde die Wirksamkeit im „Leben“ und der Anspruch, Gesellschaft (mit) zu gestalten. In Aktionen, Happenings und Performances, im Konzept der „Sozialen Plastik“ eines Joseph Beuys fanden politische, partizipative, vermittelnde und pädagogische Aspekte Raum. Auch die Kunstpädagogik erweiterte ihren Wirkungsbereich über die Schule hinaus und suchte Wirksamkeit da, wo nicht-institutionalisierte Bildung stattfindet: In der Lebens-, Medien- und Konsumwelt.

In München war unter anderem die Gruppe KEKS aktiv, es gab die Spielstraße zur Olympiade 1972, Aktionen von Künstlern wie HA Schult, Aktivitäten und Aktionen an der Kunstakademie, im Haus der Kunst und im Kunstverein.

Diese Entwicklungen markierten einen Paradigmenwechsel – folgenreich, fruchtbar und lebendig bis heute in Kunst und Kunstvermittlung, in der Kunst- und Kulturpädagogik.

Aktionsort und Lernraum Stadt …

Städte im Allgemeinen und öffentlicher städtischer Raum im Besonderen sind Räume der Heterogenität, der Erfahrung von Fremdheit, Irritation und Verun-sicherung – und somit auch Orte, die Lern- und Bildungsprozesse auslösen können.“ (Marion Thuswald)

Im öffentlichen Stadt-Raum liegt Historisches frei, spiegelt sich Macht und Herrschaft, Gesellschaft und Kultur. Er wandelt sich in einem permanenten Prozess des Neu-Verhandelns und Gestaltens. „Urbanität“ als der Stadt eigenes Wesensmerkmal hat einen eigenen Wert, hier treffen Heterogenitäten und Differenzen aufeinander, tritt das „Fremde“ in Erscheinung, werden Offenheit und Toleranz eingefordert. Die Stadt ist ein „Ort der Symbole“ – sie kommuniziert permanent. Das Gebaute verbindet sich mit dem sozialen Raum. Diesen bilden die Menschen, die in der Stadt leben und den Raum „benützen“: geordnet und angepasst – und spontan, lebendig und widerständig. Die Stadt ist Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, ein Raum, in dem sie kulturell, sozial und ästhetisch lernen: an für sie bereit gestellten „pädagogischen“ Orten, und an jenen, die sie sich selbst schaffen, aneignen und gestalten.

… als Anlass des Projektes kunstwerkStadt

Positionen zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum mischen sich in die Lebenswelt ein. Sie markieren, verändern, greifen ein, fügen hinzu, machen sichtbar, verschieben Bedeutungszusammenhänge, regen Bewusstseinsprozesse an und ermöglichen so neue Blicke auf Gewohntes. Interaktion, Irritation und Intervention – die Kunst teilt Methoden und Herangehensweisen kunstvermittelnder und pädagogischer Positionen, die Möglichkeiten der Partizipation, des Mitmachens bieten. Das Internet ist dabei eine Erweiterung des „physischen“ Stadtraumes um einen virtuellen, kollektiv bespielten Raum. Dabei geht es um Fragen wie: Wie beeinflusst Stadt unser Verhalten? Wo finden Einschlüsse und Ausgrenzungen statt? Was ist erlaubt – und was nicht? Und wer bestimmt das eigentlich? Wer gestaltet welche Räume, nach welchen Kriterien und Wertmaßstäben? Wie nutzen Kinder und Jugendliche die Stadt?

Aktions- und Begleitprogramm

Anhang:
Themenspektrum